amarelarm

By goldfischmichael

Folgendes erreignete sich nur ganz kurz nach dem letzten Eintrag, ja man kann sogar sagen, dass sich die Geschichte schon waehrend des Schreibens entwickelte. Ich schrieb dazumal friedlich und gemuetlich an den letzten Zeilen und meine liebe Reisebegleiterin suchte sich sorgsam alle noetigen Zutaten fuer den nachfolgenden Stress zusammen.

Beim Verlassen des charmanten Internetlokals fuehlte sie sich ploetzlich vom Gelbfieber bedroht. Nun hatten wir nur zwei Optionen (eigentlich nur eine): Die Reise mit sofortiger Wirkung abbrechen und in die sichere Schweiz zurueckkehren, oder einen medizinischen Schutz zu uns nehmen, damit wir den maechtigen Kraeften der Natur gewachsen sein wuerden.

Nach kurzem Ueberlegen ergriffen wir alle noetigen Massnahmen zur Verwirklichung der Option 2:

Zuerst mussten wir sicherstellen, wie das Wort auf Portugiesisch heisst, um auch die richtige Impfung zu erhalten. Der fliessender als Wasser Englisch sprechende Bub an der Hostelreception half uns mit seinem Vater auf die Beine (febre amarela). Wir wurden gleich auch zu einer Impfinstitution geschickt und konnten uns schon wieder etwas erheiterter auf den Weg machen. Dort angekommen gab uns die gar nicht Englisch sprechende Frau liebevoll Auskunft, dass wir die Impfung an diesem Ort nicht machen koennten, jedoch im sehr nahegeliegenen Quartierspital. Mit ihrer aktiven Hilfe (Beigleitung bis auf die Strasse hinaus zur besseren Wegbeschreibung) fanden wir kurze Zeit spaeter dieses Spital. Von der Empfangsdame wurden wir ohne Wartezeit gleich in den Impfsaal gewiesen, wo wir der armen nicht Englisch sprechenden Dame erklaeren mussten, was denn nun in unseren Paessen die Vornamen und Namen sind. Zum Glueck half uns allen ein vor langer Zeit zugewanderter und zufaellig auch zur Impfung anwesender Hollaender mit Uebersetzungshilfen weiter. So konnten wir kurze Zeit spaeter die Impfungen ueber uns ergehen lassen und wurden gleich noch ins Institut fuer Internationale Ausweise (oder so aehnlich) gefahren, wo wir den international gueltigen INTERNATIONALEN Impfausweis erhielten, wunderbar!

Jetzt sind wir also glueklich im Besitz der Gelbfieber-Impfung, die in Brasilien kostenlos verabreicht wird. Fuer die naechsten zehn Tage heisst das kein f., kein c. und kein c., sowie keine anderen sportlichen Anstrengungen und ein radikales Alkoholverbot. Danach wirkt die Impfung und das Leben wird weiter gehen. Bis dahin müssen wir uns irgendwie über die Runden bringen.

Angefuegen moechte ich noch, dass sich (im Nachhinnein und mit 100%iger Garantie) herausstellte, dass wir bis anhin nicht in Gelbfieberrisikozonen verkehrt sind. Das heisst, die ganze Verzweiflung, der ganze Stress und die ganze Erleichterung wären gar nicht nötig gewesen. Denn denkt daran, dass sich das Ganz noch viel dramatischer abgespielt hat, als ich es hier beschreiben kann. Dies vor allem dank der gütigen Mithilfe von Düsa D. Wenk.

Soviel zu dieser kleinen Nachmittagsbeschaeftigung von letztem Montag in Paranaguá. Jetzt sind wir noch einige Stunden in Florianópolis, dann in Blumenau, dann in Curitiba und dann in Capanema, alles schöne Städte in Brasilien. Und – uns geht es blendend!

Und ja, wie ich gerade gelesen habe, wir sich die United wohl für die CL-Halbfinals qualifizieren!

sláinte

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