Gebana

By goldfischmichael

Wieso sind wir eigentlich in diesem kleinen Ort namens Capanema gelandet?

Bei einer Fläche Brasiliens von ungefähr 8.5 Millionen Quadratkilometern (ca. 190 mal die Fläche der Schweiz) braucht es dafür schon etwas Glück. In unserem Fall war es so eine Art Vorbestimmung, bestehen doch zwischen Düsä und Adrian sogenannte familiäre Verbindungen. Diese waren mitunter dafür verantwortlich, dass wir überhaupt auf dieses Land aufmerksam wurden.

Und wenn wir nun schon mal hier sind, kann ich auch einige Zeilen über die Gebana verlieren, jenes Unternehmen, das der Grund dafür ist, dass wir in diesem Ort gelandet sind, da es momentaner Arbeitsplatz für Adrian und seine Frau ist.

Die Gebana hat sich dem fairen und nachhaltigen Handel verschrieben und betreibt dazu verschiedene Projekte in den südlichen Regionen der Erde. Die dort von den örtlichen Kleinbauern erarbeiteten Produkte werden danach zu Preisen verkauft, die für die Bauern kostendeckend und existenzsichernd sind. So bestehen Projekte in Tunesien, Burkina Faso oder eben in Brasilien, in Capanema.

Die hiesige Gebana Brasil beschäftigt rund 30 MitarbeiterInnen. Weiter sind aber auch die Lieferanten, das heisst die Kleinbauern zu berücksichtigen, die nicht direkt auf der Lohnliste der Gebana stehen, jedoch durch die bezahlten Preise für ihre Produkte indirekt als zur Gebana gehörend betrachtet werden können. Es handelt sich dabei für brasilianische Verhältnisse um wahre Kleinstbauern mit einer Betriebsgrösse, die oftmals unter 20 ha liegt und somit etwa dem schweizerischen Niveau entspricht.

Die Bauern liefern ihre Ware, die nach Bio-Richtlinien angebaut wurden, der Gebana Brasil. In Capanema ist dies hauptsächlich Soja. Es wird von der Gebana qualitativ geprüft und weiterverkauft oder verarbeitet. Neben dem Soja zählt auch etwas Mais sowie Ananas und Mango für die Produktion von Dörrfrüchten zum Sortiment.

Aufgabe der Gebana ist einerseits die Begleitung, Unterstützung, Beratung und Kontrolle der Kleinbauern. Hier gilt es sicherzustellen, dass genügend produziert wird und die entsprechenden Güteklassen in der Produktion eingehalten werden. Zudem können die Kleinbauern auf eine beratende Unterstützung zählen, was z.B. das Saatgut oder die Anpflanzung betrifft. Auf der anderen Seite gilt es die landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu verkaufen, das heisst, Abnehmer und Kunden zu finden, die bereit sind, für die entsprechenden Produktqualitäten und die zugrunde liegende Philosophie des fairen Handels und der nachhaltigen Produktion, die entsprechenden Preise zu bezahlen. Je nach Kunde können so auch noch zusätzliche Verarbeitungsschritte anfallen, die auch hier in Capanema vorgenommen werden. Bevor das Produkt schliesslich beim Kunden landet, muss es auch noch den Weg zu ihm zurücklegen, was auch möglichst ökologisch und nachhaltig geschehen soll. Die Transportlogistik gehört also ebenfalls zu den Aufgaben, die teilweise hier abgewickelt werden.

In der Schweiz bietet die Gebana einen Direktverkauf übers Internet an, um den direkten Kontakt zu den Endkonsumenten zu pflegen. Den Online-Shop sowie mehr Informationen zur Gebana findet ihr hier. Mehr Geschichten von uns in Brasilien gibt es irgendwann in naher Zukunft wieder an der gleichen Stelle.

sláinte

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