Zuerst kaufen wir fuer 8 Pesos zwei Busbillete auf Papier. Eines duerfen wir bei der Hinfahrt, eines bei der Rueckfahrt beim Einsteigen dem Chauffeur ueberreichen. Als Dank erhalten wir dann von ihm ein neues kleineres Ticket. Und natuerlich haben wir uns schon gefragt, was der Sinn sein soll von dieser Tauschaktion.
Beim naeheren Betrachten dieses schmalen Fetzens dann des Raetsels Loesung: Wie im Titel vermerkt ist die Uebergabe als Hinweis auf unredliche Taten zu verstehen. Das Centro Integral Luz de Infancia hat die Rueckseite als Werbeflaeche gekauft oder die Busfirma spendet den Platz im Rahmen einer Wohltaetigkeitsaktion. Jedenfalls steht noch der Aufruf, die im Titel erwaehnten Delikte anzuzeigen.
Andere Laender, andere Sitten? Angesichts der Massen von reichen Touristen (im Vergleich zum bisherig Erlebten), sogar in der jetzigen Nebensaison, kann durchaus auch ein Sinn hinter der Werbeaktion gesehen werden. Wir haben die Zelte in Capanema naemlich abgebrochen und befinden uns zur Zeit auf der argentinischen Seite der Wasserfaelle von Iguazu (oder Iguacu auf portugiesisch) in Puerto Iguazu. Hier ist der indianische Einschlag in der Bevoelkerung deutlich zu sehen und das Lebensniveau ist allgemein etwas teifer als auf der brasilianischen Seite. Daher kann man sich schon vorstellen, dass besagte Vergehen ein Problem fuer diese Region sind. Wohlhabende weisse Touristen bringen nicht immer nur Gutes.
Abgesehen davon, fallen einige andere kleinere Unterschiede zu Brasilien auf: Waehrung, Sprache, Strassen (erstaunlicherweise in Argentinien etwas schlechter als in Brasilien), Speise- und Weinkarten in Restaurants.
Von Puerto Iguazu aus haben wir heute die Wasserfaelle besucht. Anscheinend die groessten dieser Welt. Und wenn dies fuer uns als einfache Besucher auch nicht zu verifizieren ist, eindrueklich sind sie allemal, extrem eindruecklich. Die Wassermassen stroemen ununterbrochen in grossen Mengen ins Tal (60-80 Meter) und das ueber einige hundert Meter Breite. Dazu gibt es einen ohrenbetaeubenden Laerm sowie viel Nebel vom umherspritzenden Wasser. Umgeben sind die Faelle von einem Regenwald, der mit seinem dichten und undurchdringbaren Gruen fuer die passende Dekoration sorgt. Dank der Nebensaison und dem nicht gerade vor Sonne strotzenden Wetter haelt sich auch der Touristenauflauf im Park erstaunlicherweise in Grenzen, was den Besuch sehr viel ertraeglicher macht.
Wenn das Wetter morgen etwas besser ist, werden wir noch die brasilianische Seite besuchen, ansonsten geht die Reise weiter in Richtung Campo Grande und Pantanal.
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