…und zum Schluss noch dies…

By goldfischmichael

Brasília, DF: Ein Tauber verkauft uns im bereit stehenden Bus nach Salvador den heiligen Sankt Anton fuer einen Real. Es handelt sich hier um eine klare Win-Win-Situation. Wir sind das kleine laestige Muenz los und auf der Fahrt wird uns nichts passieren und der Taube kann sich damit etwas kaufen. Pures Glueck!

 

 Brasília, DF: Der Bus ist abfahrbereit, die Tueren geschlossen. Kurz nach dem Anrollen muss der Bus wieder anhalten. Ein ganzer Haushalt inklusive zweier Personen muss noch zusteigen. Waehrend das Einladen der zwei Personen kein Problem ist, gestaltet sich das Verstauen des Haushaltes aufwendiger. Sehr zur Freude des Fahrpersonals. Die Abfahrt erfolgt mit fast 20 minuetiger Verspaetung. Unhaltbar!

Alvorado, GO: Ein junges brasilianisches Paerchen versucht gratis einige hundert Kilometer weiter zu fahren als ihr Ticket es gestatten wuerde. Dieses lautet naemlich auf Alvorado. Dazu bleibt man einfach sitzen und hofft, unentdeckt zu bleiben. Leider vergebens, das aufmerksame Personal bemerkt die zwei beim Zaehlen der Schaefchen, die weiterfahren duerfen. Das Paerchen wird energisch aufgefordert, auszusteigen, ihre (vorlaeufige) Endstation lautet Alvorado. Pech gehabt, vielleicht klappt´s beim naechsten Mal!

Grenzpunkt Goia/Bahia, GO/BA: Angesichts der aermeren Region muss auch das Restaurant sparen. Die Quittungen,worauf vermerkt ist wieviel man konsumiert und ergo zu bezahlen hat, werden bei der Kasse eingezogen und an zukuenftige Gaeste wieder verteilt. Alte Notierungen werden mit Tipex geloescht. Oekonomisch und oekologisch zugleich. Bravo!

Irgendwo in Bahia, BA: Glueckliche Doerfer gibt es noch. Alle geniessen hier den Freitagabend draussen auf den Strassen. Alle sind freudig. Die kleinen Haeuschen und die antike Kirche bilden das schoene Dekor, brasilianische Idylle pur. DAS sind Erlebnisse!

Itaberaba, BA: Der Bus faehrt morgens um Viertel vor Sieben im Busterminal ein, einige Leute steigen  aus, einige zu. Nur fuer den Fussballmatch auf dem Feld nebenan ist es zu spaet, dieser hat wohl schon um sechs Uhr begonnen. Brasilianische Fruehmorgen-Liga!

Feira de Santana, BA: Der Haushalt steigt aus, inklusive der zwei Personen. Es handelt sich dabei um eine Mutter und ihre ca. 6-jaehrige Tochter. Der Haushalt wird abgeholt, zum Glueck. Der Bus ist dadurch mutmasslich um die Haelfte leichter geworden und einige Gepaecktraeger haben Arbeit. Brasilianische Arbeitsbeschaffung. Der Arbeitsmarkt funktioniert hier bestens. Mehr Haushalte sollten Bus fahren!

Salvador, BA: Diese Stadt liegt am Meer und hat ca. 2.5 Millionen Einwohner. Man kann hier Lift fahren fuer 0.05 R$. Richtig, das ist nicht viel, aber alle tun es. Es gibte viele Menschen mit dunkler Hautfarbe hier. Der Bus ist eine ganze Stunde zu frueh angekommen. Brasilianische Puenktlichkeit!

Salvador, BA (zum Zweiten): Man soll nicht jedem Mann mit schwarzer Hautfarbe vertrauen. Das hat nichts mit seiner Hautfarbe zu tun sondern vielmehr damit, dass diese in Salvador dominiert und man ueberall mit gesundem Menschenverstand sein Gegenueber einschaetzen sollte. Wir werden jedenfalls in dieser Stadt schwitzend und unter der Hitze leidend von einem solchen Mann etwas ueberrumpelt. Immerhin bietet er uns ein Zimmer zu einem vertretbaren Preis an. Noch etwas von der Sonne geblendet, sieht das Ganze auf den ersten Blick auch ganz ordentlich aus. Im Nachhinein: etwas klein und stickig, heiss und ueberaus mageres Fruehstueck. Salvador ist trotzdem schoen!

Itacaré, BA: In diesem Staedtchen laesst es sich gut leben: Sonne, Strand, Wellen, Palmen, Mangrovenwaelder, Restaurants, Bars und Frieden. Die Menschen sind froehlich und scheinen gluecklich zu sein. Ein Junge darf uns heute mit seinem Baumstmm-Kanu ueber den Fluss durch ueberflutetes Waldgebiet rudern. Auch er ist zufrieden und redet viel. Nicht alles habe ich verstanden aber das macht nichts. Schoene neue Welt!

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