Danke! Es war die Erlösung. Es war der Beweis, dass auch im Fussball so etwas wie Gerechtigkeit existieren kann – zumindest manchmal. Und es war ein schönes Tor. Danke! Durch diesen Sieg wurde also unsere Euro 08 beendet. Und bis jetzt rätselt man in der Schweiz und wohl auch in Österreich, ob man sich nun freuen soll, dass der Spuk vorüber ist oder ärgern, dass alles so schnell vorbeigeflogen ist. Es war eine intensive Zeit, eine interessante Zeit und die Spiele werde ich schon vermissen – irgendwie, irgendwo. Aber es werden wieder andere kommen. Und die Zeit vergeht sowieso schneller als man denkt.
Archiv für Juni 2008
Ferdinand Türme
Juni 30, 2008Es wird auch noch Fussball gespielt?
Juni 29, 2008Gestern gestattete ich mir eine künstlerische Denkpause. Heute nun sitze ich vor dem Bildschirm und frage mich, was es wenige Stunden vor dem Final noch zu schreiben gibt. In den Zeitungen steht schon alles zum Finale, wer gewinnen wird, Mutmassungen ob Ballack spielen wird oder nicht, wie lange Herr Aragonés es heute im Falle eines Sieges nach dem Spiel auf dem Feld aushalten wird und ob es in Wien regnen wird um neun Uhr. Darum schreibe ich einige Zeilen zu einer Tatsache, die mich manchmal beängstigt, meist einfach stört und die im Rahmen dieser Euro leider auch zu beobachten war:
Viva España
Juni 27, 2008Wer hätte schon im Vorfeld der Euro 2008 auf diese Halbfinalpaarung getippt? Im Spiel Spanien gegen Russland konnte eigentlich nur ein Aussenseiter ins Finale gelangen. Einerseits weil Spanien zwar immer zum (erweiterten) Favoritenkreis zählt(e), jedoch an den letzten Turnieren nie umsetzen konnte, was das Kader an Qualität versprochen hatte. Andererseits weil niemand wirklich mit den Russen gerechnet hat. Nach ihrer überzeugenden Vorstellung gegen Holland sprachen dann plötzlich alle (etwas voreilig?) von einem neuen Favoriten. Die Affiche gab es ja am 10.Juni schon einmal – damals eine recht deutliche Angelegenheit. Im Halbfinal sollen die Vorzeichen gewechselt haben, wird alles anders kommen, die Russen gar als Favoriten?
Und am Ende siegen die …
Juni 26, 2008Endlich ist es da, das erste Spiel nach den schmerzenden zwei Tagen Euro-Absenz, der Halbfinal Deutschland gegen die Türkei. Das Hoffen, Bangen, Ärgern, Freuen und Analysieren darf endlich wieder weiter gehen. Und nach dem Spiel darf man ruhig auch behaupten, einem äusserst reizvollen und kurzweiligen Halbfinale beigewohnt zu haben: fünf Tore, einige Strafraumszenen, keine taktischen Geplänkel, insgesamt ein tolles Spiel. Und ganz zum Schluss bestätigte sich auch die alte Fussball-Weisheit, von wegen am Ende die Deutschen jene sind, die jubeln. Denn das war gestern einmal mehr der Fall:
Über Entzug und anderes
Juni 24, 2008Unabwendbar ist er nähergekommen. Immer wieder wurde er zwar vergessen oder verdrängt. Doch nun ist er da. Unumstossbar. Das erste Mal wieder seit dem 6. Juni. Dieser Abend ohne Fussball, ohne Tore, ohne Diskussionen, ohne Euro 2008. Mir wird etwas bange. Der Halt der letzten Tage geht verloren, die Strukturierung des Abends ist hin. Nutzlos verfliessen die Minuten, sammeln sich zu Stunden, bis dass der Schlaf ruft. Doch kein Traum vom verschossenen Elfmeter, kein Gedanke an die schönen Tore und das Schlimmste: nicht mal Vorfreude auf den nächsten Tag, einfach nichts, nur Leere. Fast so wie damals – damals nach diesem unsäglichen Tor der Türkei in der Nachspielzeit.
Verkehrte Welt
Juni 23, 2008Welch ein Spiel gestern Abend in Wien! Ein Viertelfinal, der all die grossen Erwartungen erfüllen konnte, ein Spiel, das für die Zuschauer im Stadion ein Freudenfest wurde, das 120 Minuten Dramatik pur bot, mit der Entscheidungen weit nach elf Uhr zugunsten der glücklicheren Spanier. Ich muss sagen, mich hat die Leistung beider Mannschaften äusserst beeindruckt. In der Vergangenheit war dies nicht immer der Fall; zu oft wurden Spiele Opfer taktischer Geplänkel, die Zweikämpfe wurden gar hart geführt oder die Spieler fühlten sich so schwach auf den Beinen, dass man die schönsten Kunstflüge beobachten konnte. Doch gestern sah man von alledem nichts – stattdessen tadelloser Fussball auf beiden Seiten. Ein Glanzlicht der bisherigen Europameisterschaft.
Eins, zwei, drei – und vier?
Juni 22, 2008Liegt ein Fluch über den Besten der Gruppenspiele? Oder ist es tatsächlich so schwierig, nach einer guten Woche Pause (nachdem die zweite Garde im letzten Gruppenspiel zum Einsatz kam), wieder an alte Stärken anzuknüpfen? Nach drei der vier Viertelfinalspiele könnte man beide Fragen bejahen. Ausgeschieden sind die vielerorts als Favoriten gehandelten Portugiesen, aber auch die bis vorgestern respektive gestern noch ohne Niederlage dastehenden Kroaten und Holländer. Dieser Logik folgend müssten sich heute Abend die Italiener für den Halbfinal qualifizieren. Was dem Argument, dass nicht schöner Fussball sondern effizienter Fussball das Ziel sein sollte, in die Hände spielen würde. Die Holländer mit zwei Topspielen und herrlichem Fussball sind auf dem Rückweg, die Italiener mit viel Glück und Resultat orientiertem Fussball unter den besten vier Mannschaften. Siege zählen nur in den entscheidenden Spielen. Doch noch ist es nicht ganz so weit. Ebenso möchte ich anfügen, dass die drei feststehenden Halbfinalisten sich den Platz an der Sonne erspielt und nicht erkauft haben.
Türkisches Glück
Juni 21, 2008Genf ist keine grosse Stadt. Genf bietet trotzdem einiges, zum Beispiel den Genfersee, um ein Bad zu nehmen. Momentan bietet Genf auch ausgezeichnetes Sommerwetter, das sich beispielsweise hervorragend zum Grillieren eignet. Nicht zu vergessen, Genf bietet – ebenfalls momentan – die Möglichkeit, Fussballspiele unter freiem Himmel mit vielen anderen Leuten zu verfolgen. Gestern ging jedoch das Viertelfinalspiel zwischen Kroatien und der Türkei wegen erwähnten Möglichkeiten fast vergessen. Aber keine Angst, nur fast: