Xamax – oder ein weiterer Leckerbissen aus der Welt des Sports

Publik wurde das Engagement des Tschetschenen schon vor einigen Monaten. Mitte Mai wurde die Stabübergabe dann offzialisiert: Neuer Eigentümer von Xamax ist seither Bulat Tschagajew. Und nachdem die ersten Wochen noch verhältnismässig ruhig verliefen – zumindest gegen aussen, hat seit dem Saisonbeginn der Super Leaugue 20011/12 ein für hiesige Umstände unglaubliches Feuerwerk stattgefunden.

Neu ist er ja nicht in der Schweiz. Schon 1987 liess er sich ein erstes Mal hier blicken. Damals noch als Metallverkäufer in Zug mit Wohnsitz in Genf. Mittlerweile haben sich allem Anschein nach seine Vorlieben geändert, der Fussball steht jetzt im Mittelpunkt. Und trotz der verhältnismässig langen Bekanntschaft mit der Schweiz hängt Herr T. weiter stark an seiner Heimat. So erklärt sich wohl auch die Aufführung tschetschenischer Volkstänze in der Pause des ersten Heimspiels.

Fragt man den Herrn T., warum er sich im Schweizer Fussball bei Xamax engagieren möchte, führt er an, den Club aus Liebe zum Fussball gekauft zu haben. Wie viel Geld er dafür benötigt habe, wisse er nicht mehr, man solle doch die Verkäufer fragen. Dann führt er noch folgenden Vergleich an: Wenn er Brot kaufen wolle und keinen Franken im Sack habe, sei es teuer. Aber wenn er die Mittel dazu habe, würde er das Brot zu jedem Preis kaufen, vor allem wenn er Hunger habe. Darum interessieren wir uns nicht mehr weiter um die Höhe seiner Auslagen, sondern gehen weiter, denn erzählt hat noch viel verheissungsvolleres.

So meinte er zum Vorwurf der Geldwäscherei: “Ich verstehe den Unterschied sauberes und dreckiges Geld nicht. Wenn ich hier im Laden Kleider oder Schuhe kaufe, sagt auch niemand, das Geld sei dreckig, und darum würden sie mir nichts verkaufen. Geld hat keinen Familiennamen, keine Heimat. Geld ist Geld. Wenn es dreckig ist und wenn die Behörden sagen, sie hätten mein Geld nicht nötig, da es dreckig sei, wie können sie das wissen, wenn sie nicht wissen woher es kommt.” Insbesondere der letzte Satz sagt ja schon viel aus. Der Herr T. scheint sich nichts daraus zu machen, für die Erklärung von Dingen auch mal tautologische Begründungen anzuführen. Ob ihm das schon aufgefallen ist?

Nun, der ohne Scham praktizierte Trainerverbrauch bisher, sowie die – etwas verwirrenden – Rochaden im Spielerkader und die Umstellungen auf der Chefetage – nach der Ankunft und nach zwei Spieltagen – verheissen noch viel Lustiges für die Öffentlichkeit und viel Ärger für den Fussballverband – insbesondere auch für den Club selber…man erinnere sich z.B. an den Herren R. der in G. vor nicht allzu langer Zeit sein Unwesen trieb.

Da sich nun auch die Politik eingeschaltet hat, scheint das Ganze durchaus noch weiterköcheln zu können. Ob die Situation über das Sommerloch hinaus zu reden geben wird, hängt direkt von Herrn T. ab. Mal schauen. Auf alle Fälle hat die Equipe ihm auch für den ersten August kein Freudengeschenk gemacht (3. Niederlage bei weiter null erzielten Toren) – doch dies braucht er ja auch nicht. Herr T. feiert den tschetschenischen Nationalfeiertag, nicht jenen der Schweiz.

 

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